Warum es pkvbuddy gibt
Angefangen hat es damit, dass ich meinen eigenen Papierkram nicht gemacht habe.
Wie es angefangen hat
Aufgeschoben, weil es Disziplin verlangt
Ich habe den PKV-Papierkram jahrelang vor mir hergeschoben. Schwer ist er nicht, eine Rechnung abfotografieren und einreichen kann jeder. Er verlangt aber Disziplin, jede Woche aufs Neue.
Die Excel-Tabelle stand bereit. Eine Zeile pro Beleg: Datum, Arzt, Betrag, eingereicht bei wem, erstattet ja oder nein. Geführt habe ich sie nicht.
Eine Zeile pro Beleg hätte auch nicht gereicht. Rechnungen werden in Raten bezahlt, Erstattungen kommen in Teilbeträgen. Meine Versicherung rechnet ohnehin nicht ab, was ich eingereicht habe. Belege aus mehreren Einreichungen zieht sie zusammen und schickt eine Abrechnung über eine Sammlung, die es bei mir nie gab.
Also reichte ich zu spät ein. Kam eine Abrechnung zurück, musste ich erst herausfinden, zu welchen Belegen sie überhaupt gehört. Welche Positionen abgelehnt worden waren, wusste ich irgendwann nicht mehr. Nachhalten hätte bedeutet, den Stapel noch einmal durchzugehen. Das habe ich nie gemacht.
Geblieben ist das Gefühl, Geld zu verschenken, ohne sagen zu können wie viel.
Moritz Helten über die Idee
Gefehlt hat mir kein Wissen, sondern ein Freund, der von sich aus drangeblieben wäre. Den habe ich digital ins Leben gerufen.
Warum das zählt
Das ist nicht nur mein Papierkram
Wer privat versichert ist, geht bei jedem Arztbesuch, jeder Behandlung, jedem Rezept in Vorleistung, im Vertrauen darauf, dass das Geld zurückkommt.
Wer Beihilfe hat, macht das doppelt. Jeder Beleg geht einmal zur Beihilfestelle und einmal zur PKV. Zwei Einreichungen, zwei Abrechnungen, zwei Erstattungen, die am Ende zusammenpassen müssen.
Dazu kommt, dass die Gegenseite nicht in deinen Kategorien denkt. Eine Abrechnung folgt nicht deiner Einreichung: Belege aus mehreren Einreichungen tauchen gemeinsam in einer Abrechnung auf, andere fehlen darin und kommen später. Wer das abgleichen will, muss auf Positionsebene arbeiten, nicht auf Belegebene. Und Zahlungen kommen selten in einem Betrag.
Keine einzelne dieser Aufgaben ist schwer. Zusammen verlangen sie, dass man das ganze Jahr über dranbleibt. Also bleibt es liegen: Belege verschwinden, Fristen verstreichen, Ablehnungen bleiben ungeprüft. Was am Jahresende fehlt, merkt niemand, weil niemand nachrechnet.
Das ist nicht fair. Und es muss nicht so sein. Kein Cent soll verloren gehen, der dir zusteht.
Der Maßstab
Was so ein Freund ausmacht
Ich habe mir überlegt, was so ein Freund tun würde.
Man kann ihm vertrauen.
Man gibt ihm einen Stapel Rechnungen, in denen Diagnosen stehen, Namen der Kinder, Beträge. Das tut man nur bei jemandem, von dem man weiß, dass er sorgsam damit umgeht und nichts davon weiterträgt.
Er bleibt von selbst dran.
Er kennt sich aus. Wichtiger ist, dass er es aus eigenem Antrieb genau und zuverlässig nachhält, auch den Teil, der langweilig ist. Man muss ihn weder erinnern noch kontrollieren.
Er erklärt, bevor man fragt.
Er sagt von sich aus, dass eine Ablehnung dünn begründet ist, weil er es gesehen hat und weiß, dass es einen betrifft.
Was daraus wurde
Erst eine Tabelle, dann eine Anwendung
Die erste Fassung war dieselbe Tabelle, diesmal geführt, für meine eigene Familie. Daraus wurde die Anwendung, die du hier siehst: ein Ort für alle Belege, alle Einreichungen und alle Abrechnungen, für dich, deine Kinder, deinen Partner, in einem Zugang.
Was als Nächstes gebaut wird, entscheidet nach wie vor, was im eigenen Haushalt fehlt.
Das Ergebnis
Sechs Regeln, an denen es sich messen lassen muss
Aus dem Bild sind Regeln geworden, keine Funktionen. Funktionen ändern sich, die Regeln bleiben der Maßstab, an dem sich jede von ihnen messen lassen muss.
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Nichts muss im Kopf bleiben.
Fristen, offene Einreichungen, angefangene Vorgänge: nichts davon ist etwas, woran du dich erinnern müsstest.
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Nichts geht verloren.
Was einmal erfasst ist, bleibt auffindbar, auch Jahre später und auch dann, wenn das Papier längst weg ist.
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Der Stand ist jederzeit ablesbar.
Was eingereicht ist, was offen ist, was zurückkam: ohne Nachrechnen, ohne Tabelle.
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Teilbeträge und Umsortierungen sind der Normalfall.
Raten, Teilerstattungen und Abrechnungen, die anders geschnitten sind als die Einreichung, müssen von selbst zusammenfinden, nicht von Hand.
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Was auffällt, wird gesagt.
Eine gekürzte Position oder eine dünn begründete Ablehnung darf nicht darauf warten, dass jemand danach sucht.
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Die Daten gehören dir.
Wo sie liegen, entscheidest du. Was mit ihnen geschieht, steht sichtbar dabei. Und du kommst jederzeit an sie heran.
Und was kostet das?
Einen Cappuccino im Monat. Einen richtig guten.
Einem Freund, der dir etwas abnimmt, gibst du hinterher auch einen aus. Als Dankeschön, nicht als Bezahlung. Genau so ist es gemeint.